Was ist aus den Endzeitreden des Herrn Jesus schon erfüllt, was noch ausständig?

 

Überwiegend werden in “Main-Stream“ –Auslegungen die Bereiche:

Matth. 24, 15 – 22 und Markus 13, 14 – 20 in die Endzeit gelegt, wobei die Parallele von Luk. 21, 20 – 24 in die Zeit 70 nach Christus interpretiert wird.

Die restlichen Aussagen werden aus meiner Sicht recht einheitlich zugeordnet.

 

Die Interpretation, dass die Aussagen vom Herrn in Markus und Matthäus in die Endzeit gelegt werden, wirft jedoch ein paar Probleme auf.

 

Die Frage 1 „Wann wird dies geschehen“ wäre in Matthäus und Markus nicht beantwortet.

Markus und Matthäus schreiben überwiegend für die Juden, Lukas auch für die Nationen.

 

Die brennende Frage „Wann wird dies geschehen“

….sie bezog sich eindeutig auf die Zerstörung des Tempels….

hätte Jesus den Jüngern somit in Matthäus und Markus nicht beantwortet.

 

Also: An diejenigen welche es am meisten betrifft (messianischen Juden dieser Zeit) wäre die brennendste Frage in den Berichten von Markus und Matthäus unbeantwortet geblieben.

 

 

In dieser Sicht jedoch sehr wohl:

 

Diese Stellen sind 70 n. Chr. Erfüllt:

Matthäus 24:

 Lukas 21:

 Markus 13:

15 Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, vgl. Dan 9,27; 11,31; 12,11.an heiliger Stätte stehen seht
(wer es liest, der achte darauf!),

20 Wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagert seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist.

14 Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, da stehen seht, wo er nicht soll (wer es liest, der achte darauf!),

16 dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist;

 

21 Dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; und wer in [Jerusalem] ist, der ziehe fort aus ihr; und wer auf dem Land ist, der gehe nicht hinein in sie.

 

dann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; [Dan 9, 27] [Dan 11, 31]

17 wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinab, um etwas aus seinem Haus zu holen,

22 Denn das sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht.
 [Jer 5, 29]

15 wer aber auf dem Dach ist, der steige nicht hinab ins Haus und gehe auch nicht hinein, um etwas aus seinem Haus zu holen;

18 und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um seine Kleider zu holen.

 

16 und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, um sein Gewand zu holen.

19 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!

 

23 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not im Land sein und Zorn über dieses Volk!

 

17 Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!

20 Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschieht.

 

18 Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter geschieht.

21 Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird.

[Dan 12, 1]

 

19 Denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie es keine gegeben hat von Anfang der Schöpfung, die Gott erschuf, bis jetzt, und wie es auch keine mehr geben wird.

[Dan 12, 1]

 

24 Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Heiden. Und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.

 

22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.

[Jes 63, 18] [Röm 11, 25] [Offb 11, 2]

20 Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.

 

Download der Endzeitreden Jesu als PDF in Format DIN A0.

 

Es gibt drei Hauptargumente, warum die Aussagen in Markus und Matthäus in die „Endzeit“ interpretiert werden.

 

Erläuterung, warum dies jedoch sehr wohl auch auf 70 n. Chr. zutrifft, ohne dass wir bereits im messianischen Reich sind.

 

1.  Das Gräuel der Verwüstung:


Daniel schreibt in Kapitel 11, Vers 31:

Dan. 11:
31 Es werden auch von seinen Truppen zurückbleiben und das Heiligtum, die Zuflucht, entweihen und das Beständige [Opfer] abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen.

 

Wenn wir die diesbezügliche Aussage der Endzeitrede in Markus und Matthäus in die Endzeit legen, muss die Aussage in Dan 11, 31 ebenfalls dorthin verlegt werden.
Daniel 11 lässt dies jedoch praktisch nicht zu, denn alles was nach Vers 31 kommt, müsste ebenfalls in der Endzeit, also in der 2. Hälfte der 70. Jahrwoche geschehen.
Dies lässt sich praktisch jedoch nicht behaupten.

Dan. 9,27 und Dan. 11,31 sind quasi zeitlich Tausende Jahre voneinander getrennt zu sehen…

 

2.  Eine große Drangsal, wie es keine gab seit Beginn der Schöpfung

Diese Aussage muss mit Daniel 12,1 verglichen werden.

 

Dan. 12:
1 Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.



Daniel 12, 1-4 bezieht sich eindeutig auf die allerletzte Zeit.
Wenn wir auch hier die Aussagen in Matthäus und Markus gegenüberstellen, müssten diese Aussagen dasselbe bedeuten.

 

Matth. 24:
21 Denn dann wird eine große Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird. [Dan 12, 1]


Wenn nicht, muss es einen Unterschied geben.


Ja, es gibt einen Unterschied, und zwar einen „wichtigen“, mit großer Auswirkung.

 

Ich sehe hier den Unterschied, wie folgt:
Die Aussage in Matthäus und Markus, bezieht sich auf die Region in Jerusalem bezogen auf die Juden welche den Herrn abgelehnt haben,
denn dies sind Tage der Rache….


In diesen Raum gab es eine Drangsal welche es zuvor nicht gab und keine mehr geben wird, bezogen auf die Juden, als „Rache“. Dies war und ist die "Drangsal Jakobs".

Die messianischen Juden nahem die Aussagen ernst und sind in die Berge geflohen!!

 

Die Aussage in Daniel 12,1 bezieht sich nicht auf den Raum Jerusalem allein sondern auf die ganze Welt,

denn die Drangsal wird eine sein, welche auch die Nationen betrifft.


…denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt.


Der Zusatz: „seitdem es Völker gibt“ ist nicht zu verwechseln, mit „seit Schöpfung der Welt“.

Der Herr ist unglaublich „genau“ in seinem Wort und Unterschiede müssen auch als solche wahrgenommen werden…

 

Da sich Daniel 12,1 auf die ganze Welt bezieht und auch vom Kontext her die absolute „Endzeit“ meint, ist hier eben von einer weltweiten Drangsal die Rede, wogegen in den Endzeitreden in

Matthäus und Markus in den Versen

Matth. 24, 15-22 und 

Markus 13, 14-20 die Region Jerusalem gemeint ist, in Zusammenhang mit der Zerstörung des Tempels.

Daniel bezieht sich mit Sicherheit auf die ganze Welt, da auch sein „VOLK“ gerettet wird, nicht nur Juden. Es wird aus allen Nationen das gesamte VOLK Israel errettet werden, nicht nur die im damaligen / heutigen in Israel lebenden, also alle, welche vom Volk Israel (alle 12 Stämme) im Buch eingeschrieben stehen.

Also:

Der Vergleich der Aussagen in Markus und Matthäus versus Aussage in [Daniel 12,1] ist wichtig,

damit die Unterschiede erkannt werden.


Die unterschiedlichen Ereignisse sind zeitlich weit voneinander entfernt. Wenn dies jedoch weit voneinander entfernt ist, müssen die Aussagen in Markus und Matthäus schon erfüllt sein, eben 70 nach Christus.

 

Also: Die große Drangsal Jakobs war 70. n. chr. erfüllt,

die große Drangsal der Nationen ist noch ausständig.

 

3.  Wenn die Tage nicht verkürzt würden, würde kein Fleisch gerettet werden.

 

Jesus deutete an, dass er das Geschlecht der Juden nicht ausrottet.


   Matth. 24:

   34 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.


Auch wenn hier „Generation“ ebenso verwendet werden kann, trifft dies deshalb nicht zwangsläufig auf die Endzeit zu.

 

Das Ergebnis am Schluss ist „doppelt“ gesehen richtig.


Wenn die Generation nicht vergeht und dies ist geschehen, RICHTIG!

Es war ja nicht so lange nach der Ölbergrede, also waren solche dieser Generation noch da.

Zudem träfe auch Geschlecht zu, das es ja heute noch Juden gibt.


Wenn die Tage der Verwüstung in Jerusalem um 70 nach nicht verkürzt worden wären, hätten die Römer alles jüdische „Fleisch“ ausgerottet.


Matth. 24:
22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.

 

Der Herr traf von Anbeginn eine Auswahl für die Auserwählten am Ende.

Wenn die Römer die Juden vernichtet hätten, wären aus dem Stamm der Juden am Ende keine Auserwählten übrig.
Es heißt auch
in

 

    Röm. 11

   28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen,

        hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.

 

Wenn er keine „Väter“ übrig gelassen hätte, gäbe es auch keine Auserwählten.


Zudem betrifft hier die Verkürzung der Tage die Errettung im FLEISCH.


Die Errettung in der Drangsal der Völker (Daniel 12) ist eine Geistliche, keine Fleischliche.

Zudem ist die Wirkdauer der Drangsal der Völker am Ende mit 42 Monaten festgesetzt, hier spricht das Wort nichts von einer Verkürzung.


Auch dieser Punkt spricht in Summe für die Ereignisse um 70 nach Christus.

 

 

Geliebte, das Problem was wir teilweise in der Gemeindelandschaft haben ist, dass einige aus wenigen Stellen aus dem Zusammenhang heraus gerissen diverse Lehren ableiten.

 

Die Lehre: „70 nach ist alles erfüllt und wir seien schon im Reich Gottes auf Erden“,

 

hat die Hauptargumente in den Endzeitreden Jesu in Verbindung mit [Daniel 12,1-4].


Da die Aussagen in Daniel 12 und der Endzeitreden bezüglich Drangsal jedoch nicht dasselbe sind, muss diese Lehre allein aus diesem Grunde

-  und es gibt noch Tausende Andere –

verworfen werden.

 

Wenn wir jedoch Teile von bereits erfüllten Ereignissen in die Zukunft deuten obgleich diese schon erfüllt sind,

sehen wir noch trübe und würden Ereignisse in naher Zukunft falsch interpretieren.

 

Zudem fördern eben auch falsche Interpretationen Grenz-Lehren, wie beispielsweise die Lehre: "70 nach sei alles erfüllt".

 

In Liebe im Herrn verbunden,

Gerhard Daniel.